zurückJurybegründung
Preis gegen Ausgrenzung In der momentanen Welle deutsch-türkischer Migrationsdramen spielen Filme über den Konflikt zwischen zurückkehrenden Deutsch-Türken und Türkei-Türken selten eine Rolle. Der diesjährige Gewinnerfilm des „Preises gegen Ausgrenzung“ fängt da an, wo die meisten Filme zu dem Thema Migration und Kriminalität enden: mit der Abschiebung.
Der Film erzählt eine bewegende und eindringliche Geschichte um einen ausgewiesenen jungen Deutschtürken in Istanbul, der sich im Grunde nach einem Stück Heimat, Selbstbestimmung und nach einem sicheren und richtigen Platz im Leben sehnt.
In der Türkei werden Deutschtürken als „Gurbetci“ bezeichnet, was übersetzt „Fremdländer“ oder „Deutschländer“ bedeutet. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Türkei werden „Gurbetcis“ als Ausländer betrachtet. Der Konflikt des heimatlosen „Gurbetci“ wird in diesem Film eindrucksvoll geschildert.
Die Spannung der Geschichte nährt sich vor allem aus der Diskrepanz einer bisher wenig erzählten Kluft der deutsch-türkischen Welt und der türkei-türkischen Welt. In der genauen Beschreibung dieser zwei unterschiedlichen Welten, entwickelt sich in einer greifbaren Atmosphäre zwischen schmutzigen Bordellzimmern und kargen Hafenimpressionen ein visuell sehr verdichtetes, zwischendurch auch sehr berührendes Drama um einen gebrochenen Halbstarken, der - hin- und hergerissen ist zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Die starke Entwicklung der Figur verleiht dieser Geschichte eine universelle Farbe und hinterlässt beim Zuschauer einen langen nachhallenden Eindruck. Dem Film ist es gelungen, die doppelte Heimatlosigkeit in ihrer Konflikthaftigkeit darzustellen. Der Preis gegen Ausgrenzung geht an einen beeindruckenden Film, der durch die Analyse gesellschaftlicher Missstände die Jury sehr überzeugt hat.
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